Viele Unternehmen zögern im Moment sich auf Mitarbeiterbefragungen einzulassen. Sie scheinen noch emotionaler besetzt als sie es ohnehin sind – prallen schließlich ganz unterschiedliche Interessenslagen aufeinander, die für oder gegen eine Mitarbeiterbefragung sprechen: für die Unternehmensführung Strategieorientierung und Ergebnisoptimierung, für das mittlere Management die internen Benchmarks als vergleichende Leistungsindikatoren, für Mitarbeiter und Betriebsräte die Möglichkeit oder Zweifel wahrgenommen zu werden. In jedem Fall gibt es für alle Interessensgruppen gibt es ein Einerseits und ein Andererseits, positive und negative Emotionen.
Tatsache ist aber auch, dass beim Großteil Österreichs Erwerbstätiger, besonders bei Selbständigen und Freiberuflern, hohe Zustimmung herrscht, dass Mitarbeiterbefragungen ein Weg für Mitarbeiter sind um gehört zu werden, dass sie die beste Methode sind um viele Dinge zu erfahren, die ein Unternehmen für seinen Erfolg braucht oder um die Stärken und Schwächen in verschiedenen Bereichen eines Unternehmens zu vergleichen. Fast zwei Drittel der Selbständigen meinen sogar, sie sollten öfter und regelmäßig durchgeführt werden, um zu mehr Stabilität in der Wirtschaft beizutragen.
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten erfährt die Begeisterung für dieses Instrumentarium aber einen Dämpfer und nicht einmal mehr sechs von zehn finden, dass Mitarbeiterbefragungen gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten durchgeführt werden sollen. Fast die Hälfte der Respondenten meint auch, dass in schwierigen Zeiten solche Befra-gungen den Mitarbeitern Ängste einjagen, dass ehrliche Antworten negative Konsequenzen haben könnten.
Dr. Angelika Kofler
Sozialforschung
Tel +43 (1) 71710-137
Fax +43 (1) 71710-189
E-Mail Angelika.Kofler@gfk.com