Studie: Nur 7 Prozent der Jugend glaubt an staatliche Vorsorge

  • 52% erwartet zumindest "Schwierigkeiten" bei der eigenen staatlichen Pension

  • Jugendliche investieren im Durchschnitt 95 Euro pro Monat in ihre priva-te Vorsorge

  • Mehrheit (54%) fühlt sich durch Wirtschaftskrise bereits betroffen

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, Jugendliche hätten nur Fortgehen oder Computer-spielen im Kopf, kommt eine aktuelle Umfrage zum Schluss, dass Österreichs Jugend sehr wohl auch an finanzielle Absicherung denkt. Ein möglicher Grund: Von 1.000 befragten jun-gen Österreichern, zwischen 15 und 30 Jahren, glauben nur noch 7% an die volle Sicherheit der staatlichen Pension beim eigenen Pensionsantritt, 52 % glauben zumindest daran, dass es "zu Schwierigkeiten bei der staatlichen Pension kommen könnte". Das ist das Ergebnis aus einer im April und Mai 2009 durchgeführten, für Österreich repräsentativen GfK-Umfrage "Vorsorge bei Jugendlichen 2009" im Auftrag der Sparkassen Versicherung AG Vienna Insu-rance Group (s Versicherung) und der Erste Bank und Sparkassen.

Folgerichtig haben daher laut Umfrage bereits 58% der Jugendlichen eine Altersvorsorge abgeschlossen. Dabei haben beachtliche 39% die Absicherung selbst in die Hand genommen und hier weniger auf Eltern oder Verwandte gesetzt. Bei nur knapp einem Fünftel (19%) der Befragten, wurden die Vorsorgemaßnahmen von Dritten ergriffen. "Generell kann man sagen, dass mit steigendem Alter eher selbst vorgesorgt wird: unter den 15 bis 19-Jährigen liegt der Anteil der "Selbstvorsorger" bei nur 7%, von den 20 bis 24-Jährigen sorgen 37% selbst vor, bei 25 bis 30-Jährigen sind dies bereits zwei Drittel", so Heinz Schuster, Vor-standsdirektor der s Versicherung. 69% geben jedenfalls die Altersvorsorge als wichtigsten Grund zur finanziellen Absicherung an.

95 Euro pro Monat für Vorsorge

Die befragten Jugendlichen sind auch bereit, einen stattlichen Betrag für die Vorsorge aufzu-bringen. Peter Bosek, Privatkundenvorstand der Erste Bank der oesterreichischen Sparkas-sen: "Eine gesicherte private Pension ist den Jugendlichen die bereits selbst Vorsorgemaß-nahmen getroffen haben, beachtliche 95 Euro im Monat wert (d.s. laut Umfrage rund 12% des durchschnittlich monatlich zur Verfügung stehenden Einkommens von 768 Euro). "Sorgt jemand anderer für die Jungendlichen vor, dann werden im Durch-schnitt 63 Euro pro Monat dafür aufgewendet", so der Bankfachmann.

Bei eigener Pension sehen Jugendliche schwarz

Was die eigene staatliche Alterssicherung betrifft, sehen die jungen Österreicher eher schwarz: Zwar sind 61% der Ansicht, die Pensionen seien in den kommenden 5 bis 10 Jahren voll gesichert, für die Pensionen in 10 bis 15 Jahren sinkt diese Einschätzung allerdings auf 21%, und nur noch 7% sehen die Pensionen bei ihrem eigenen Pensionsantritt als gesichert an. s Versicherungs-Vorstand Heinz Schuster: "Über die Hälfte (52%) der jungen Österreicher rechnen mit Schwierigkeiten bei ihrer eigenen staatlichen Pension. Vor allem 25 bis 30-Jährige, Berufstätige und jene mit höherem Einkommen blicken besonders pessimistisch in die Zukunft."

Absicherung vor Risiko

Das ideale Vorsorgeprodukt aus Sicht der Jugend zeichnet sich, wie soll es anders sein, durch hohe Sicherheit aus: Kapitalgarantie, Sicherheit des Instituts sowie möglichst geringes Risiko der Veranlagung werden als die Hauptkriterien im Zusammenhang mit Vorsorge-produkten genannt. Aber auch eine gute Beratung vor Abschluss des Produkts, ständige Verfügbarkeit des Geldes, eine hohe Rendite und Flexibilität sind von Bedeutung.

Optimal hinsichtlich Flexibilität wäre ein Produkt, bei dem das Geld immer dann verfügbar ist, wenn es gebraucht wird – diesen Wunsch äußern 71% der Jugendlichen. 58% wünschen sich im Fall finanzieller Engpässe die Möglichkeit, die Prämien eine Zeit lang auszusetzen, fast ebenso viele (57%) sprechen sich für eine Prämienzahlung in frei wählbarer Höhe aus, sodass die Prämien nach Wunsch reduziert oder erhöht sowie zwischendurch größere Be-träge auf einmal einzahlt werden können.

Hauptinformationsquelle Eltern und Bank

Die meisten Jugendlichen (vier von fünf) haben sich bereits über das Thema Vorsorge infor-miert. Eine zentrale Rolle bei der Informationsübermittlung spielen die Eltern: beinahe jeder zweite Jugendliche holt auf diesem Weg die gewünschten Infos ein. Dieser Anteil ist bei jün-geren Befragten zwischen 15 und 24 Jahren höher als bei den 25 bis 30-Jährigen, die sich mit diesem Anliegen eher an ihre Freunde oder das Internet wenden. Eine Bank bzw. eine Versicherung zu kontaktieren liegt bereits auf Platz zwei bei Österreichs Jugendlichen insge-samt (39%). Das Internet (38%) und Freunde (37%) werden allgemein ebenfalls häufig zu Rate gezogen.

177 Euro pro Monat werden gespart

Im Schnitt muss ein Jugendlicher in Österreich mit 768 Euro pro Monat auskommen. Dabei muss ein Viertel der Befragten mit bis 250 Euro monatlich auskommen. Die überwiegende Mehrheit (57%) hat einen monatlichen Betrag zwischen 251,- und 1.500 Euro zur Verfügung. "Beachtlich ist dabei die persönliche Sparleistung. Diese  liegt bei durchschnittlich 143 Euro pro Monat. Addiert man dazu noch jene Sparleistung, die andere für die befragten Jungend-lichen leisten, legen Österreichs Jugendliche im Schnitt 177 Euro pro Monat auf die Seite", so Bosek.

Bausparen und Sparbuch liegen im Trend

Die beliebtesten Spar- und Vorsorgeprodukte bei den jungen Österreichern sind laut Studie der Bausparvertrag (27%), gefolgt von Sparbuch/Sparkonto (23%) und Lebensversicherung (18%). Knapp mehr als die Hälfte hat vor, in Zukunft mittels Sparbuch vorzusorgen, gut ein Drittel möchte einen Bausparvertrag abschließen und ein Viertel plant den Abschluss einer Lebensversicherung.

Geld wird für Freizeit, Wohnen und Shopping ausgegeben

Natürlich stecken Jugendliche ihr Geld nicht ausschließlich in die Vorsorge: Neben Freizeit-aktivitäten (Ausgehen, Lokalbesuche, Kino etc.) und ihre eigene Wohnung (je 44%) werden Taschengeld und Einkommen hauptsächlich für die Anschaffung alltäglicher Dinge (Kleidung, Pflegeprodukte etc. mit 41%) ausgegeben. Es folgen Ausgaben für Urlaub (31%), Hobbys (28%), Ausbildung (26%) und Fortbewegungsmittel (25%).

Wirtschaftskrise geht an Jungendlichen nicht vorüber

Zum Thema Wirtschaftskrise geben drei Viertel der Jugendlichen an, die Berichte der Medien zur aktuellen Finanzkrise zumindest gelegentlich zu verfolgen. 54% der Befragten fühlen sich sogar persönlich von der Finanzkrise betroffen. Viele Jugendliche versuchen daher, ihre Ausgaben zu senken oder sich abzusichern: Knapp jeder Vierte schränkt sich bei Kosten für die Freizeit ein, 17% denken darüber nach, noch mehr Geld als bisher zur Seite zu legen und 16% versuchen bei Alltagsausgaben zu sparen. "Erfreulich ist, dass nur jeder zwanzigste Jugendliche die umgekehrte Reaktion zeigt, und daran denkt seine monatliche Vorsorge- oder Sparleistung zu reduzieren", so Schuster.

Trotz eines aktuell eingetrübten wirtschaftlichen Umfeldes, bleiben die befragten Jungendli-chen in Bezug auf ihre künftigen, persönlichen Vorsorgemöglichkeiten optimistisch. 48% der Befragten blicken diesbezüglich ihrer persönlichen Lage positiv entgegen.

Rückfragen

Sparkassen Versicherung AG Vienna Insurance Group
Thomas Steiner - Pressesprecher
+43 (0)5 0100 - 75419
thomas.steiner@s-versicherung.at

und

Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen, Pressestelle
Peter N. Thier
+43 50 100 12907
peter.thier@erstebank.at


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